50 Jahre Elterninitiative Bilanz und Ausblick

Fünfzig Jahre gemeinsam gegen Abhängigkeit und Extremismus

1975 – 2025
Udo Schuster, Mitglied des Vorstands

Hilfe zur Selbsthilfe – Die Gründung der Elterninitiative

Vierzig Bürger aus dem ganzen Bundesgebiet und aus Berlin gründeten in einer Münchner Kirche … eine „Elterninitiative gegen seelische Abhängigkeit und religiösen Extremismus“. So berichtete der „Münchner Merkur“ in seiner Wochenendausgabe vom 27./28. September 1975.

Knapp 14 Tage vorher, am 15. September 1975 um 16 Uhr, wurde die Elterninitiative in München gegründet. Als Gründungsmitglieder zeichneten damals Senator Wolfgang Burnhauser, Vorsitzender des Münchner Anwaltsvereins, Pfr. Friedrich-Wilhelm Haack, Inge Haack, der Diplom-Theologe Hans Löffelmann, Joachim Ritter v. Poschinger und seine Frau Ruth sowie Pfr. Kurt Österle.

Hilfe zur Selbsthilfe war das Ziel bei der Gründung und ist es bis heute geblieben. Deshalb wurde die Elterninitiative als erste ihrer Art in Deutschland ins Leben gerufen. Konkret hieß dies einerseits, „Eltern beraten (…) und die Öffentlichkeit aufklären“ und in diesem Zusammenhang Informationen an „Verwaltungsorgane und politische Entscheidungsträger“ zu geben und diese andererseits auch um Hilfe bei der Auseinandersetzung zu bitten. Seit Ende der 1960er/Anfang der 1970er Jahre hatte das Phänomen der Sekten, Gurubewegungen und Psychogruppen in Deutschland immer mehr an Bedeutung gewonnen. Die Mitgliedschaft in einer solchen Gruppe bedeutete für viele Familien einen erheblichen Einschnitt. Betroffenheit, Ratlosigkeit, Selbstvorwürfe und viele offene Fragen traten auf. Immer mehr Eltern und Angehörige von Gruppenmitgliedern hatten die kirchlichen Beauftragten für Sekten und Weltanschauungsfragen um Rat und Hilfe gebeten. Es zeigte sich, dass es sehr wichtig ist, sich über Information und seelsorgerische Gespräche hinaus, auch mit anderen Betroffenen austauschen und mit den eigenen Erfahrungen gegenseitig stützen zu können.

Den vollständigen Bericht können sie als PDF hier beziehen.