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  • Conspirituality…

    …..Wenn Spiritualität auf Verschwörungsdenken trifft

    Von Räucherstäbchen und positiver Energie bis zu Chemtrails und der „Neuen Weltordnung“: Wie esoterische Weltbilder und Verschwörungsideologien ineinandergreifen – und warum soziale Medien diese Entwicklung verstärken.

      

    Spiritualität, Selbstfindung und alternative Lebenskonzepte stehen für viele Menschen zunächst für persönliche Orientierung und Wohlbefinden. Doch zwischen esoterischen Heilsversprechen und Verschwörungsideologien gibt es eine gefährliche Schnittmenge. Das Phänomen trägt einen eigenen Namen: Conspirituality – eine Verbindung aus „Conspiracy“ (Verschwörung) und „Spirituality“ (Spiritualität).

    Der Journalist und Podcastmacher Fabian Maysenhölder beleuchtet in seinem Beitrag für ntv, weshalb diese Verbindung so anschlussfähig ist. Das Versprechen eines besonderen Wissens, die Vorstellung verborgener Mächte und die Einteilung der Welt in vermeintlich Erwachte und Unwissende bilden gemeinsame Denkmuster.

    Vom Wellness-Angebot zur Verschwörungserzählung

    Besonders soziale Medien können solche Entwicklungen verstärken. Wer zunächst esoterische Inhalte zu Gesundheit, Ernährung oder Spiritualität konsumiert, kann über personalisierte Empfehlungen zunehmend mit Verschwörungserzählungen konfrontiert werden. Aus vermeintlicher Selbstfürsorge wird mitunter ein geschlossenes Weltbild, in dem geheime Eliten, manipulierte Informationen und angebliche Bedrohungen die Hauptrolle spielen.

    Dabei geht es keineswegs nur um Esoterik. Ähnliche Denkmuster finden sich auch in fundamentalistischen und anderen ideologisch abgeschotteten Milieus. Die Folgen können weit über persönliche Überzeugungen hinausreichen: familiäre Konflikte, die Ablehnung wissenschaftlicher Erkenntnisse und eine zunehmende gesellschaftliche Polarisierung.

    Entscheidend ist deshalb, auch dort kritisch hinzusehen, wo sich problematische Weltbilder zunächst in einem positiven, spirituellen oder gesundheitsorientierten Gewand präsentieren.


    Weiterführende Fachartikel und Hintergrundinformationen

    Verschwörungsesoterik im Digitalformat
    Dr. habil. Matthias Pöhlmann analysiert die Verbindungen zwischen digitaler Esoterik, Verschwörungsideologien und extremistischen Weltbildern.
    Fachbeitrag als PDF lesen

    Empörung und Verschwörung – ein sehenswerter Film
    Ein Video über Verschwörungstheorien, ihre Mechanismen und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen.
    Film auf YouTube ansehen

    Weitere Fachartikel in unserem Lexikon
    Hintergrundwissen und Beiträge zu Verschwörungsideologien und verwandten Themen.
    Zum Lexikon

    Podcasts und weitere Perspektiven

    Secta.fm – der Podcast von Fabian Maysenhölder
    Hintergrundwissen, Analysen und Gespräche über religiöse Bewegungen, problematische Gruppierungen und Weltanschauungsfragen.
    Zum Podcast Secta.fm

    Skeptix –Blog von Bernd Harder
    Weitere Beiträge und Analysen rund um Verschwörungstheorien, Esoterik und pseudowissenschaftliche Behauptungen.
    Weitere Beiträge zu Verschwörungstheorien


    Unsere Themen:
    #Conspirituality #Verschwörungsesoterik #Verschwörungsideologien #Esoterik #DigitaleRadikalisierung #SozialeMedien #Manipulation #Medienkompetenz #Aufklärung #Skeptix

    Illustration KI-generiert

  • Germanische Neue Medizin: Eine gefährliche Lehre mit antisemitischer Ideologie

    Es ist eine Heilslehre, die Menschen mit schweren Erkrankungen in falscher Sicherheit wiegt und sie im schlimmsten Fall das Leben kosten kann: die sogenannte Germanische Neue Medizin (GNM) des ehemaligen Arztes Ryke Geerd Hamer.

    Der Journalist und Theologe Fabian Maysenhölder beleuchtet in einem aktuellen Beitrag bei ntv die Hintergründe dieser Lehre und ihre gefährlichen Konsequenzen. Im Zentrum steht Hamers Behauptung, Krankheiten und insbesondere Krebserkrankungen seien auf ungelöste seelische Konflikte zurückzuführen. Medizinisch notwendige Behandlungen werden dadurch infrage gestellt oder sogar abgelehnt. Symptome einer fortschreitenden Erkrankung werden innerhalb des Systems teilweise als Zeichen eines Heilungsprozesses umgedeutet.

     

    Die Folgen können dramatisch sein. Immer wieder gibt es Berichte über Menschen, die starben, nachdem sie sich statt einer evidenzbasierten medizinischen Behandlung der GNM anvertraut hatten. Besonders erschreckend ist, dass diese Ideologie auch Angehörige und Erkrankte dazu bringen kann, notwendige Therapien abzulehnen.

    Zur Gefährlichkeit der GNM gehören auch ihre antisemitischen ideologischen Grundlagen. Hamer stellte die evidenzbasierte Medizin als angeblich jüdisch geprägt dar und verbreitete antisemitische Verschwörungserzählungen, wonach Juden im Verborgenen seine Methoden nutzen würden, während andere Menschen durch die etablierte Medizin bewusst geschädigt würden. Damit knüpfte er an antisemitische Motive der nationalsozialistischen Medizinideologie an.

    Diese menschenfeindlichen Erzählungen sind keineswegs mit Hamers Tod im Jahr 2017 verschwunden. Auch heute werden in einschlägigen Telegram-Kanälen antisemitische Tiraden und Verschwörungsbehauptungen aus dem Umfeld der Germanischen Neuen Medizin weiterverbreitet. Das zeigt, dass es sich nicht lediglich um das ideologische Erbe eines einzelnen Mannes handelt, sondern um ein weiterhin aktives und gefährliches Weltbild.

    Auch wir haben uns in eigenen Beiträgen ausführlich mit den ideologischen Hintergründen und den möglichen Folgen der Germanischen Neuen Medizin beschäftigt. Dazu gehören eine Analyse ihrer antisemitischen Grundlagen sowie ein erschütternder Erlebnisbericht einer Angehörigen über die tödlichen Auswirkungen dieser Lehre.

    Informieren Sie sich – denn bei schweren Erkrankungen kann die Entscheidung gegen eine wirksame medizinische Behandlung lebensgefährlich sein.

    Zum Beitrag von Fabian Maysenhölder bei ntv

    Die ideologischen Hintergründe der GNM

    Todesfalle Germanische Neue Medizin – Erlebnisbericht

    Weitere Informationen auf unserer Homepage

    Mehr dazu auf dem Skeptix-Blog

    Hashtags:
    #GermanischeNeueMedizin #GNM #RykeGeerdHamer #Antisemitismus #Verschwörungsideologien #MedizinischeAufklärung #Pseudomedizin #SeelischeAbhängigkeit #Manipulation #Skeptix

  • Staatsanwaltschaft ermittelt…

    …gegen Ivo Sasek, Führer der extremistischen Organischen Christus-Generation

    Die Ausserrhoder Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ivo Sasek, den Gründer und Anführer der Organischen Christus-Generation (OCG), sowie gegen seine Frau. Im Raum stehen der Verdacht auf gewerbsmässigen Wucher und Verstösse gegen das AHV-Gesetz. Dabei könnte es unter anderem um die Ausnutzung von Abhängigkeiten und die Frage gehen, ob die von Mitgliedern geleistete Arbeit tatsächlich freiwillig erbracht wurde.

    Wie ref.ch – News der Reformierten am 30. Oktober 2026 berichtet, weist der Anwalt Saseks sämtliche strafrechtlichen Vorwürfe zurück. Es gilt die Unschuldsvermutung. Dennoch wirft das Verfahren grundsätzliche Fragen auf: Wo endet freiwilliges Engagement und wo beginnt die Ausnutzung persönlicher und psychischer Abhängigkeiten?

    Die OCG, die von Ivo Sasek gegründete Organisation, ist seit Jahren auch durch ihre Aktivitäten im Umfeld von Kla.TV und der Anti-Zensur-Koalition (AZK) bekannt. Die Verbindungen zu verschwörungsideologischen und rechtspolitischen Milieus sowie die manipulativen Kommunikations- und Einflussstrategien verdienen eine kritische Auseinandersetzung.

    Unsere Initiative beschäftigt sich seit Langem mit Ivo Sasek, der OCG und den Mechanismen, mit denen totalitäre Gemeinschaften ihre Mitglieder beeinflussen und an sich binden.

    Weitere Informationen und Hintergrundbeiträge:

    Auch auf dem Skeptix-Blog:
    Beiträge zur Organischen Christus-Generation (OCG)

    Neue wissenschaftliche Hintergrundpublikation:
    Die von Matthias Pöhlmann herausgegebene Publikation über die Organische Christus-Generation, Kla.TV und die Anti-Zensur-Koalition bietet eine weitere fundierte Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex. Sie steht als Download zur Verfügung:

    EZW-Texte 276 – Publikation als PDF herunterladen

    #IvoSasek #OCG #OrganischeChristusGeneration #KlaTV #AntiZensurKoalition #PsychischeAbhängigkeit #Manipulation #Verschwörungsideologien #Rechtsextremismus #Sektenaufklärung

  • Brandaktuell

    Zwischen Spiel und Ideologie: Wie Online-Welten Radikalisierung begünstigen

    Gaming, Memes und Livestreams sind für viele Menschen Orte der Unterhaltung und Begegnung. Doch digitale Gemeinschaften können auch dazu genutzt werden, Verschwörungserzählungen zu verbreiten, Feindbilder aufzubauen und extremistische Ideologien zu vermitteln. Gerade das Bedürfnis nach Gemeinschaft, Zugehörigkeit und Orientierung kann dabei eine wichtige Rolle spielen.

    Wie funktioniert Radikalisierung in solchen Online-Welten? Welche Rolle spielen digitale Netzwerke und ihre Kommunikationsformen? Und wie können Begleitung und Prävention aussehen?

    Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Online-Veranstaltung „Zwischen Spiel und Ideologie – Wie Online-Welten Radikalisierung begünstigen können“. Andreas Delis, Kriminalobermeister der Polizei München, gibt Einblicke in die digitale Welt und zeigt auf, wie dort extremistische Botschaften verbreitet werden können.

    Termin: Dienstag, 24. November 2026, 19:00–20:30 Uhr
    Ort: Online via Zoom
    Kosten: kostenfrei

    Die Veranstaltung wird von der Fachstelle für Weltanschauungsfragen der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Evangelischen Erwachsenenbildung Karlsruhe organisiert.

    Informationen und Anmeldung

    Weitere Informationen: Auf unserer Homepage beschäftigen wir uns mit seelischer Abhängigkeit, Manipulation, Verschwörungsideologien und extremistischen Bewegungen.

    Mehr Informationen zum Thema Verschwörungstheorien

    #Radikalisierung #OnlineWelten #Gaming #Memes #Livestreams #Verschwörungstheorien #Extremismus #DigitaleNetzwerke #Prävention #Skeptix

  • Tarnen und Täuschen?

    Peace City 069 und Shincheonji: Wenn die wahren Hintergründe im Verborgenen bleiben

    Friedensarbeit, Jugendprojekte und interreligiöser Dialog – das klingt nach einem Engagement, das Vertrauen verdient. Doch welche Organisationen stehen tatsächlich dahinter? Die hessenschau beleuchtet die Verbindungen der Frankfurter Initiative Peace City 069 zum Verein HWPL und zur südkoreanischen religiösen Bewegung Shincheonji. Der Fall lenkt den Blick auf ein grundsätzliches Problem: die Verschleierung weltanschaulicher Hintergründe und den Einsatz von Tarnorganisationen bei der Anwerbung neuer Mitglieder.

    Das Problem beginnt nicht erst bei Friedensorganisationen wie HWPL. Auch bei der direkten Kontaktaufnahme durch Shincheonji selbst wird nach den Erfahrungen, die Oliver Koch in seinem Fachbeitrag dokumentiert, die tatsächliche Zugehörigkeit nicht unbedingt von Anfang an offengelegt. Menschen werden beispielsweise über persönliche Kontakte, Gespräche über den Glauben oder Einladungen zu Bibelkursen angesprochen. Die Kurse erscheinen zunächst als allgemeine religiöse Bildungsangebote. Dass sie mit Shincheonji verbunden sind und auf die Übernahme der spezifischen Glaubenslehre der Bewegung hinführen, wird nach Kochs Darstellung nicht transparent gemacht.

    Der Fachbeitrag beschreibt außerdem, wie Untergruppen und Fassadengemeinden unter Bezeichnungen auftreten können, die zunächst keinen erkennbaren Bezug zu Shincheonji erkennen lassen. Selbst bei Treffen und Gottesdiensten können Teilnehmende zunächst im Unklaren darüber bleiben, welcher Organisation sie begegnen. Die Identität der Bewegung und die zentrale Rolle ihres Gründers Man-Hee Lee werden demnach erst im Verlauf der schrittweisen Einbindung deutlich.

    Damit geht es um mehr als einen unklaren Organisationsnamen: Wer Menschen anspricht, sollte offenlegen, wer hinter einem Angebot steht und welche Ziele damit verfolgt werden. Gerade bei scheinbar unverfänglichen Aktivitäten wie Friedensprojekten, Jugendbegegnungen oder Bibelkursen ist Transparenz entscheidend. Wer die Hintergründe erst später erfährt, kann zu Beginn kaum selbstbestimmt entscheiden, ob er sich auf ein Angebot einlassen möchte.

    HWPL und Shincheonji weisen Vorwürfe einer gezielten Missionierung über solche Projekte zurück. Umso wichtiger ist eine sachliche Prüfung der konkreten Verbindungen und Methoden.

    Weiterführende Informationen: In seinem Fachbeitrag „Shincheonji – Hintergründe, Beratungsinhalte und Erfahrungen mit den Methoden einer koreanischen Neureligion in Deutschland“ beschreibt Oliver Koch die Anknüpfungspunkte, die mangelnde Transparenz bei Bibelkursen und Gottesdiensten sowie Strategien der persönlichen Missionierung.

    Zum Fachbeitrag über Shincheonji (PDF)

    Weitere Informationen zum Thema Shincheonji

    Weitere Informationen bei Skeptix

    Hashtags: #Shincheonji #PeaceCity069 #HWPL #Tarnorganisationen #VerdeckteMissionierung #Manipulation #SeelischeAbhängigkeit #ReligiöserExtremismus #Aufklärung #Skeptix