Historische Entscheidung in Japan

Ein japanisches Gericht hat die Auflösung der international bekannten Moon-Bewegung angeordnet. Die Organisation – offiziell „Familienföderation für Weltfrieden und Vereinigung“ – verliert damit ihren Status als religiöse Körperschaft und damit auch steuerliche Privilegien.

Hintergrund sind langjährige Vorwürfe, Anhänger systematisch zu extrem hohen Spenden gedrängt zu haben. Nach Einschätzung des Gerichts wurden Mitglieder über lange Zeit zu finanziellen Opfern und psychischem Druck gebracht.

Die Moon-Bewegung, international bekannt als Vereinigungskirche, steht erneut im Fokus schwerer Vorwürfe. Hak Ja Han Moon, Witwe des Gründers Sun Myung Moon, muss sich in Südkorea wegen Bestechung und mutmaßlicher politischer Einflussnahme verantworten. Mitglieder sollen Spendengelder für Lobbyarbeit bereitgestellt haben. Seit den 1970er-Jahren sorgte die Bewegung weltweit – auch in Deutschland – durch aggressive Missionierung, finanzielle Ausbeutung und autoritäre Strukturen für Konflikte. Der Prozess verdeutlicht die anhaltende Bedeutung von Transparenz, Aufklärung und Schutz für Betroffene.