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  • Interessanter Studientag

    Halloween, Rauhnächte und Esoterik: Wenn alte Bräuche neue Bedeutungen erhalten

    Rauhnächte, Räucherrituale und andere Bräuche erleben eine neue Popularität. Sie stehen für die Suche nach Identität, Beheimatung, Ritualen und Selbstwirksamkeit. Doch was steckt hinter diesen Praktiken? Wo liegen ihre volkskundlichen Wurzeln, und wie unterscheiden sich christliche Volksfrömmigkeit, neuheidnische Deutungen und esoterische Vorstellungen?

    Der Skeptix-Beitrag von Bernd Harder stellt einen Studientag des Fachbereichs Religiöse Sondergemeinschaften und Weltanschauungsfragen im Bistum Augsburg vor, der sich mit diesen Fragen beschäftigt. Unter dem Titel „Altes Erbe – neuer Geist? Bräuche im Spannungsfeld von Volksfrömmigkeit und Zeitgeist“ beleuchten die Ethnologin Wibke Reimer und die Religionswissenschaftlerin Judith Bodendörfer die Hintergründe und die heutige Gestaltung traditioneller Bräuche.

    Aus Sicht der Aufklärung über religiöse und weltanschauliche Strömungen ist besonders interessant, welche Bedürfnisse solche Rituale ansprechen und warum manche Menschen ihre Antworten eher in neu interpretierten spirituellen Praktiken als in kirchlich geprägten Traditionen suchen. Dabei lohnt es sich, kulturelles Erbe, persönliche Sinnsuche und esoterische Heilsvorstellungen differenziert zu betrachten.

    Der erste Studientag findet am 21. November 2026 statt und widmet sich den Bräuchen zwischen Dezember und März. Der zweite Teil folgt am 6. März 2027 und behandelt den Zeitraum von April bis November. Die Teilnahme ist kostenlos und auch online möglich.

    Zum Beitrag bei Skeptix

    Informationen und Anmeldung zum Studientag

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    www.sektenwatch.de

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  • Zwischen Dekoration und Wirklichkeit

    Klarstellung des Vatikan zu vermeintlichen Ritterorden

    Imposante Titel, wohlklingende Namen und prächtige Uniformen – doch was steckt tatsächlich dahinter? Bei vermeintlichen Ritterorden liegen Anspruch und Wirklichkeit mitunter weit auseinander. Kostüme, Ordensinsignien und hochtrabende Titel vermitteln einen Eindruck von Tradition und Bedeutung.  Einige Gemeinschaften engagieren sich zwar auch sozial. Doch karitative Aktivitäten allein sind noch kein Beleg für kirchliche Anerkennung oder historische Legitimität.

    Entscheidend ist die Klarstellung des Vatikans: Nicht jede Gemeinschaft, die sich auf christliche Werte, historische Rittertraditionen oder die katholische Kirche beruft, wird vom Heiligen Stuhl anerkannt. Äußere Insignien, Titel und feierliche Zeremonien dürfen nicht mit einer offiziellen kirchlichen Legitimation verwechselt werden.

    Hinzu kommen zahlreiche Abspaltungen, Plagiate und Streitigkeiten um Namen, Traditionen und vermeintliche historische Ansprüche. Gerade Templerorden unterschiedlichster Art tummeln sich in diesem Umfeld. Der Name der mittelalterlichen Tempelritter und ihre Geschichte scheinen eine besondere Anziehungskraft auszuüben – nicht selten unabhängig davon, ob die behaupteten Verbindungen historisch haltbar sind.

    Problematisch wird es insbesondere dort, wo sich solche Gruppierungen mit esoterischen Vorstellungen verbinden oder Verflechtungen in das rechtsextreme Milieu aufweisen. Hier lohnt ein genauer Blick auf die vertretenen Weltbilder, die ideologischen Bezüge und die Netzwerke hinter den eindrucksvollen Fassaden. Historische Mythen, Verschwörungserzählungen und vermeintliches Geheimwissen können dabei ebenso eine Rolle spielen wie nationalistische oder rechtsextreme Ideologien. Solche Verbindungen müssen im jeweiligen Einzelfall anhand konkreter Belege geprüft werden.

    Umberto Eco hat die Neigung, vermeintliche Zusammenhänge überall bestätigt zu sehen, in seinem Roman Das Foucaultsche Pendel treffend beschrieben:

    „Der Irre hat eine fixe Idee und sieht sie durch alles, was er findet, bestätigt. Den Irren erkennt man an der Freiheit, die er sich gegenüber der Beweispflicht nimmt, an der Bereitschaft, überall Erleuchtungen zu finden. Und es mag Ihnen komisch vorkommen, aber der Irre zieht früher oder später immer die Templer aus dem Hut.“

    „Immer?“

    „Es gibt auch Irre ohne Templer, aber die mit Templern sind die gefährlichsten.“

    Eco formuliert literarisch zugespitzt, worauf es bei der kritischen Betrachtung solcher Gruppierungen ankommt: Wo vermeintliche historische Geheimnisse, große Traditionen und weitreichende Behauptungen ins Spiel kommen, müssen die Belege umso genauer geprüft werden. Faszination und eindrucksvolle Inszenierung ersetzen keine überprüfbaren Fakten.

    Quellen und weiterführende Informationen

     

    Weitere Informationen auch im Skeptix-Blog:

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  • BR24 Wissen zeigt auf….extremistische Vernetzungen, Telegram und KI-Bots

    Germanische Neue Medizin: Telegram als digitales Behandlungszimmer

    Wie wird die Lehre von Ryke Geerd Hamer heute verbreitet – und welche Risiken entstehen, wenn Menschen bei gesundheitlichen Problemen pseudomedizinischen Erklärungen und vermeintlichen Heilversprechen vertrauen?

    Ein Beitrag von BR24 beschreibt die heutige Verbreitung der Germanischen Neuen Medizin (GNM) über Seminare, Telegram-Kanäle und KI-Angebote. Im Mittelpunkt steht die Untersuchung der Sozialwissenschaftlerin Leonie Oehmig, wissenschaftliche Analystin am Institute for Strategic Dialogue (ISD) in Berlin.

    Für ihre ISD-Analyse untersuchte Oehmig ein Jahr lang GNM-nahe Telegram-Kanäle und -Gruppen. Dabei dokumentierte sie, wie Betroffene gesundheitliche Beschwerden schildern, Bilder medizinischer Befunde teilen und andere Nutzer um Rat bitten. Nach Darstellung der Analyse erhalten sie dort teilweise pseudomedizinische Deutungen ihrer Symptome sowie Empfehlungen für vermeintliche Heiler – anstelle fachlich fundierter medizinischer Beratung.

    Die ISD-Analyse zeigt außerdem, dass in diesem Umfeld nicht nur fragwürdige Gesundheitsinformationen verbreitet werden. Beworben werden auch kostenpflichtige Coachings, Seminare und KI-Chatbots. Laut Oehmigs Untersuchung bestehen zudem Verbindungen zu einem weiteren Milieu, in dem Verschwörungserzählungen und teilweise rechtsextreme Inhalte verbreitet werden.

    Nach Einschätzung der Autorin kann die digitale Vernetzung die Reichweite der wissenschaftlich widerlegten Lehre erhöhen. Sie kann außerdem Misstrauen gegenüber evidenzbasierter Medizin verstärken und dazu beitragen, dass notwendige medizinische Behandlungen unterbleiben.

    Die ausführliche ISD-Analyse beschreibt die Strukturen dieses Netzwerks, die dort verbreiteten Narrative und die kommerzielle Nutzung pseudomedizinischer Überzeugungen. Der BR24-Beitrag ordnet diese Ergebnisse in die aktuelle Verbreitung der GNM über digitale Plattformen, Seminare und KI-Angebote ein.

    Die antisemitische Ideologie der Germanischen Neuen Medizin

    Die GNM ist nicht nur aus medizinischer Sicht kritisch zu betrachten. Auch ihre ideologischen Hintergründe und antisemitischen Deutungsmuster gehören zu einer umfassenden Auseinandersetzung mit Hamers Lehre.

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  • Abendveranstaltung: Verschwörungstheorien und Illuminaten-Mythen

    In Kooperation von ADK und SKEPTIX-Verein für kritisches Denken, Augsburg

    Wo?

    Annapam (Bäckergasse 23, Augsburg)

    Wann?

    Donnertstag 5. November 2026, 19:30 Uhr

    Teilnahmebeitrag: 10 €, incl. Abendimbiss und Tagungsgetränke

  • Quo vadis, Demokratie? Die neue Macht von Online-Communities

    Interview mit Mirijam Wiedemann

    Wie gewinnen sektenartige Online-Communities Einfluss auf junge Menschen? Welche Mechanismen fördern emotionale Abhängigkeit, Manipulation und Radikalisierung? Und welche Herausforderungen ergeben sich daraus für Demokratie und Prävention?

    Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Interview mit Mirijam Wiedemann im Format „Quo vadis, Demokratie?“ des Nomos Verlags. Im Mittelpunkt stehen problematische Gruppendynamiken in digitalen Räumen, psychologische Abhängigkeitsmechanismen und die Gefahren abgeschotteter Online-Gemeinschaften. Auch die Frage, wie Kinder und Jugendliche besser vor manipulativer Einflussnahme geschützt werden können, wird thematisiert.

    Mirijam Wiedemann war bei unserer diesjährigen  gemeinsamen Jahrestagung mit der ADK Referentin zum Thema „Zwischen Spiel und Gefahr – sektenartige Strukturen und Gewalt in Online-Communities“. Die Auseinandersetzung mit solchen digitalen Gemeinschaften und ihren möglichen Folgen für junge Menschen ist auch für unsere Informations- und Aufklärungsarbeit von großer Bedeutung.

    Die Tagungsbroschüre erscheint demnächst. Wer Interesse daran hat, kann sich gerne per E-Mail an info@sektenwatch.de wenden.


    Zum Interview beim Nomos Verlag


    Interesse an der Tagungsbroschüre

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