Die Hoffnung auf Heilung darf nicht zum Geschäftsmodell werden.
Autor: Udo Schuster
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Gefahren im Netz
Wenn digitale Gewalt tödlich werden kann
19-Jähriger hat Kinder zum Suizid gedrängt: Jetzt in Untersuchungshaft – Ermittlungen führen in das Umfeld des Netzwerks 764-Spieleplattformen als Rekrutierungsbasis

Sie suchen gezielt Kontakt zu Kindern und Jugendlichen, bauen scheinbare Freundschaften auf und nutzen Vertrauen, Abhängigkeit, Drohungen und Erpressung für immer brutalere Übergriffe: Die Aktivitäten extremistischer und sadistischer Online-Netzwerke zeigen eine erschreckende Dimension digitaler Gewalt.
Wie Radio Regenbogen unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur berichtet, sitzt ein 19-Jähriger aus dem Landkreis Tuttlingen in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, gemeinsam mit weiteren Beteiligten über das Internet zwei Minderjährige bis hin zu lebensbedrohlichen Handlungen und Suizidversuchen getrieben zu haben. Auch Selbstverletzungen und die Erpressung intimer Aufnahmen sollen Teil der vorgeworfenen Taten gewesen sein.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden soll der Beschuldigte eine Gruppe innerhalb des sogenannten COM-Netzwerks gegründet haben. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit einer Szene, zu der auch das Netzwerk 764 und dessen gewaltorientierte Splittergruppen zählen.
Digitale Gewalt beginnt häufig nicht mit offener Gewalt, sondern mit scheinbarer Nähe, Vertrauen und gezielter Manipulation.
Von der Online-Freundschaft zur systematischen Gewalt
Die Täter suchen ihre Opfer unter anderem in sozialen Medien, Online-Spielen und digitalen Kommunikationsräumen. Sie geben sich als Freunde oder romantische Partner aus, gewinnen das Vertrauen der jungen Menschen und bauen schrittweise ein Verhältnis von Abhängigkeit und Kontrolle auf. Daraus können massive Einschüchterung, sexuelle Erpressung, Selbstverletzungen und lebensbedrohliche Übergriffe entstehen. Die Aufnahmen der Taten werden teilweise innerhalb der Netzwerke verbreitet und als Trophäen behandelt.
Die aktuellen Ermittlungen sind deshalb mehr als ein weiterer Kriminalfall. Sie machen deutlich, wie sich digitale Kommunikationsräume zu Aktionsfeldern organisierter, extrem gewaltbereiter Gruppen entwickeln können. Die Grenzen zwischen virtueller und körperlicher Gewalt verschwimmen dabei vollständig.
Ein Thema unserer gemeinsamen ADK-Jahrestagung
Die Gefahren durch digitale Kulte und extremistische Internet-Phänomene waren auch Gegenstand unserer gemeinsamen Jahrestagung mit der ADK – Bayerische Arbeitsgemeinschaft Demokratischer Kreise e. V.
Unter dem Titel „Gefahren durch Digitale Kulte und extremistische Internet-Phänomene an Beispielen“ wurden Erscheinungsformen, Strukturen und Gefährdungspotenziale solcher Netzwerke beleuchtet. Die Tagungsbroschüre mit weiteren Hintergründen und Beiträgen erscheint in Kürze.
Weiterführende Informationen und Hintergründe
ADK – Bayerische Arbeitsgemeinschaft Demokratischer Kreise e. V.
Fachbeitrag: „Gefahren durch Digitale Kulte und extremistische Internet-Phänomene an Beispielen“Bundesstelle für Sektenfragen (Österreich)
Tagungsbericht: „Verborgene Gewalt“Weiterlesen und recherchieren
Weitere Informationen zu digitalen Kulten und extremistischen Online-Strukturen finden Sie auf unserer Homepage:
Digitale Kulte – Beiträge und Hintergrundinformationen.Auch bei Skeptix beschäftigt man sich mit dem Netzwerk 764 und seinen Strukturen:
Beiträge zum Netzwerk 764.Digitale Gewalt erkennen. Kinder und Jugendliche schützen.
#DigitaleKulte #764 #OnlineRadikalisierung #DigitaleGewalt #Kinderschutz #Jugendschutz #Extremismus #OnlineNetzwerke #SeelischeAbhängigkeit #Skeptix
Hinweis: Diese Illustration wurde mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.
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Conspirituality…
…..Wenn Spiritualität auf Verschwörungsdenken trifft
Von Räucherstäbchen und positiver Energie bis zu Chemtrails und der „Neuen Weltordnung“: Wie esoterische Weltbilder und Verschwörungsideologien ineinandergreifen – und warum soziale Medien diese Entwicklung verstärken.
Spiritualität, Selbstfindung und alternative Lebenskonzepte stehen für viele Menschen zunächst für persönliche Orientierung und Wohlbefinden. Doch zwischen esoterischen Heilsversprechen und Verschwörungsideologien gibt es eine gefährliche Schnittmenge. Das Phänomen trägt einen eigenen Namen: Conspirituality – eine Verbindung aus „Conspiracy“ (Verschwörung) und „Spirituality“ (Spiritualität).
Der Journalist und Podcastmacher Fabian Maysenhölder beleuchtet in seinem Beitrag für ntv, weshalb diese Verbindung so anschlussfähig ist. Das Versprechen eines besonderen Wissens, die Vorstellung verborgener Mächte und die Einteilung der Welt in vermeintlich Erwachte und Unwissende bilden gemeinsame Denkmuster.
Vom Wellness-Angebot zur Verschwörungserzählung
Besonders soziale Medien können solche Entwicklungen verstärken. Wer zunächst esoterische Inhalte zu Gesundheit, Ernährung oder Spiritualität konsumiert, kann über personalisierte Empfehlungen zunehmend mit Verschwörungserzählungen konfrontiert werden. Aus vermeintlicher Selbstfürsorge wird mitunter ein geschlossenes Weltbild, in dem geheime Eliten, manipulierte Informationen und angebliche Bedrohungen die Hauptrolle spielen.
Dabei geht es keineswegs nur um Esoterik. Ähnliche Denkmuster finden sich auch in fundamentalistischen und anderen ideologisch abgeschotteten Milieus. Die Folgen können weit über persönliche Überzeugungen hinausreichen: familiäre Konflikte, die Ablehnung wissenschaftlicher Erkenntnisse und eine zunehmende gesellschaftliche Polarisierung.
Entscheidend ist deshalb, auch dort kritisch hinzusehen, wo sich problematische Weltbilder zunächst in einem positiven, spirituellen oder gesundheitsorientierten Gewand präsentieren.
Weiterführende Fachartikel und Hintergrundinformationen
Verschwörungsesoterik im Digitalformat
Dr. habil. Matthias Pöhlmann analysiert die Verbindungen zwischen digitaler Esoterik, Verschwörungsideologien und extremistischen Weltbildern.
Fachbeitrag als PDF lesenEmpörung und Verschwörung – ein sehenswerter Film
Ein Video über Verschwörungstheorien, ihre Mechanismen und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen.
Film auf YouTube ansehenWeitere Fachartikel in unserem Lexikon
Hintergrundwissen und Beiträge zu Verschwörungsideologien und verwandten Themen.
Zum LexikonPodcasts und weitere Perspektiven
Secta.fm – der Podcast von Fabian Maysenhölder
Hintergrundwissen, Analysen und Gespräche über religiöse Bewegungen, problematische Gruppierungen und Weltanschauungsfragen.
Zum Podcast Secta.fmSkeptix –Blog von Bernd Harder
Weitere Beiträge und Analysen rund um Verschwörungstheorien, Esoterik und pseudowissenschaftliche Behauptungen.
Weitere Beiträge zu Verschwörungstheorien
Unsere Themen:
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Germanische Neue Medizin: Eine gefährliche Lehre mit antisemitischer Ideologie
Es ist eine Heilslehre, die Menschen mit schweren Erkrankungen in falscher Sicherheit wiegt und sie im schlimmsten Fall das Leben kosten kann: die sogenannte Germanische Neue Medizin (GNM) des ehemaligen Arztes Ryke Geerd Hamer.
Der Journalist und Theologe Fabian Maysenhölder beleuchtet in einem aktuellen Beitrag bei ntv die Hintergründe dieser Lehre und ihre gefährlichen Konsequenzen. Im Zentrum steht Hamers Behauptung, Krankheiten und insbesondere Krebserkrankungen seien auf ungelöste seelische Konflikte zurückzuführen. Medizinisch notwendige Behandlungen werden dadurch infrage gestellt oder sogar abgelehnt. Symptome einer fortschreitenden Erkrankung werden innerhalb des Systems teilweise als Zeichen eines Heilungsprozesses umgedeutet.

Die Folgen können dramatisch sein. Immer wieder gibt es Berichte über Menschen, die starben, nachdem sie sich statt einer evidenzbasierten medizinischen Behandlung der GNM anvertraut hatten. Besonders erschreckend ist, dass diese Ideologie auch Angehörige und Erkrankte dazu bringen kann, notwendige Therapien abzulehnen.
Zur Gefährlichkeit der GNM gehören auch ihre antisemitischen ideologischen Grundlagen. Hamer stellte die evidenzbasierte Medizin als angeblich jüdisch geprägt dar und verbreitete antisemitische Verschwörungserzählungen, wonach Juden im Verborgenen seine Methoden nutzen würden, während andere Menschen durch die etablierte Medizin bewusst geschädigt würden. Damit knüpfte er an antisemitische Motive der nationalsozialistischen Medizinideologie an.
Diese menschenfeindlichen Erzählungen sind keineswegs mit Hamers Tod im Jahr 2017 verschwunden. Auch heute werden in einschlägigen Telegram-Kanälen antisemitische Tiraden und Verschwörungsbehauptungen aus dem Umfeld der Germanischen Neuen Medizin weiterverbreitet. Das zeigt, dass es sich nicht lediglich um das ideologische Erbe eines einzelnen Mannes handelt, sondern um ein weiterhin aktives und gefährliches Weltbild.
Auch wir haben uns in eigenen Beiträgen ausführlich mit den ideologischen Hintergründen und den möglichen Folgen der Germanischen Neuen Medizin beschäftigt. Dazu gehören eine Analyse ihrer antisemitischen Grundlagen sowie ein erschütternder Erlebnisbericht einer Angehörigen über die tödlichen Auswirkungen dieser Lehre.
Informieren Sie sich – denn bei schweren Erkrankungen kann die Entscheidung gegen eine wirksame medizinische Behandlung lebensgefährlich sein.
Zum Beitrag von Fabian Maysenhölder bei ntv
Die ideologischen Hintergründe der GNM
Todesfalle Germanische Neue Medizin – Erlebnisbericht
Weitere Informationen auf unserer Homepage
Mehr dazu auf dem Skeptix-Blog
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Staatsanwaltschaft ermittelt…
…gegen Ivo Sasek, Führer der extremistischen Organischen Christus-Generation
Die Ausserrhoder Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ivo Sasek, den Gründer und Anführer der Organischen Christus-Generation (OCG), sowie gegen seine Frau. Im Raum stehen der Verdacht auf gewerbsmässigen Wucher und Verstösse gegen das AHV-Gesetz. Dabei könnte es unter anderem um die Ausnutzung von Abhängigkeiten und die Frage gehen, ob die von Mitgliedern geleistete Arbeit tatsächlich freiwillig erbracht wurde.

Wie ref.ch – News der Reformierten am 30. Oktober 2026 berichtet, weist der Anwalt Saseks sämtliche strafrechtlichen Vorwürfe zurück. Es gilt die Unschuldsvermutung. Dennoch wirft das Verfahren grundsätzliche Fragen auf: Wo endet freiwilliges Engagement und wo beginnt die Ausnutzung persönlicher und psychischer Abhängigkeiten?
Die OCG, die von Ivo Sasek gegründete Organisation, ist seit Jahren auch durch ihre Aktivitäten im Umfeld von Kla.TV und der Anti-Zensur-Koalition (AZK) bekannt. Die Verbindungen zu verschwörungsideologischen und rechtspolitischen Milieus sowie die manipulativen Kommunikations- und Einflussstrategien verdienen eine kritische Auseinandersetzung.
Unsere Initiative beschäftigt sich seit Langem mit Ivo Sasek, der OCG und den Mechanismen, mit denen totalitäre Gemeinschaften ihre Mitglieder beeinflussen und an sich binden.
Weitere Informationen und Hintergrundbeiträge:
- Ivo Sasek – ein Prediger mutiert zum rechten Politagitator
- Manipulation durch Sprache in totalitären Kulten
- Weitere Informationen zu Ivo Sasek auf unserer Homepage
Auch auf dem Skeptix-Blog:
Beiträge zur Organischen Christus-Generation (OCG)Neue wissenschaftliche Hintergrundpublikation:
Die von Matthias Pöhlmann herausgegebene Publikation über die Organische Christus-Generation, Kla.TV und die Anti-Zensur-Koalition bietet eine weitere fundierte Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex. Sie steht als Download zur Verfügung:EZW-Texte 276 – Publikation als PDF herunterladen
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Brandaktuell
Zwischen Spiel und Ideologie: Wie Online-Welten Radikalisierung begünstigen
Gaming, Memes und Livestreams sind für viele Menschen Orte der Unterhaltung und Begegnung. Doch digitale Gemeinschaften können auch dazu genutzt werden, Verschwörungserzählungen zu verbreiten, Feindbilder aufzubauen und extremistische Ideologien zu vermitteln. Gerade das Bedürfnis nach Gemeinschaft, Zugehörigkeit und Orientierung kann dabei eine wichtige Rolle spielen.
Wie funktioniert Radikalisierung in solchen Online-Welten? Welche Rolle spielen digitale Netzwerke und ihre Kommunikationsformen? Und wie können Begleitung und Prävention aussehen?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Online-Veranstaltung „Zwischen Spiel und Ideologie – Wie Online-Welten Radikalisierung begünstigen können“. Andreas Delis, Kriminalobermeister der Polizei München, gibt Einblicke in die digitale Welt und zeigt auf, wie dort extremistische Botschaften verbreitet werden können.
Termin: Dienstag, 24. November 2026, 19:00–20:30 Uhr
Ort: Online via Zoom
Kosten: kostenfreiDie Veranstaltung wird von der Fachstelle für Weltanschauungsfragen der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Evangelischen Erwachsenenbildung Karlsruhe organisiert.
Weitere Informationen: Auf unserer Homepage beschäftigen wir uns mit seelischer Abhängigkeit, Manipulation, Verschwörungsideologien und extremistischen Bewegungen.
Mehr Informationen zum Thema Verschwörungstheorien
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Tarnen und Täuschen?
Peace City 069 und Shincheonji: Wenn die wahren Hintergründe im Verborgenen bleiben

Friedensarbeit, Jugendprojekte und interreligiöser Dialog – das klingt nach einem Engagement, das Vertrauen verdient. Doch welche Organisationen stehen tatsächlich dahinter? Die hessenschau beleuchtet die Verbindungen der Frankfurter Initiative Peace City 069 zum Verein HWPL und zur südkoreanischen religiösen Bewegung Shincheonji. Der Fall lenkt den Blick auf ein grundsätzliches Problem: die Verschleierung weltanschaulicher Hintergründe und den Einsatz von Tarnorganisationen bei der Anwerbung neuer Mitglieder.
Das Problem beginnt nicht erst bei Friedensorganisationen wie HWPL. Auch bei der direkten Kontaktaufnahme durch Shincheonji selbst wird nach den Erfahrungen, die Oliver Koch in seinem Fachbeitrag dokumentiert, die tatsächliche Zugehörigkeit nicht unbedingt von Anfang an offengelegt. Menschen werden beispielsweise über persönliche Kontakte, Gespräche über den Glauben oder Einladungen zu Bibelkursen angesprochen. Die Kurse erscheinen zunächst als allgemeine religiöse Bildungsangebote. Dass sie mit Shincheonji verbunden sind und auf die Übernahme der spezifischen Glaubenslehre der Bewegung hinführen, wird nach Kochs Darstellung nicht transparent gemacht.
Der Fachbeitrag beschreibt außerdem, wie Untergruppen und Fassadengemeinden unter Bezeichnungen auftreten können, die zunächst keinen erkennbaren Bezug zu Shincheonji erkennen lassen. Selbst bei Treffen und Gottesdiensten können Teilnehmende zunächst im Unklaren darüber bleiben, welcher Organisation sie begegnen. Die Identität der Bewegung und die zentrale Rolle ihres Gründers Man-Hee Lee werden demnach erst im Verlauf der schrittweisen Einbindung deutlich.
Damit geht es um mehr als einen unklaren Organisationsnamen: Wer Menschen anspricht, sollte offenlegen, wer hinter einem Angebot steht und welche Ziele damit verfolgt werden. Gerade bei scheinbar unverfänglichen Aktivitäten wie Friedensprojekten, Jugendbegegnungen oder Bibelkursen ist Transparenz entscheidend. Wer die Hintergründe erst später erfährt, kann zu Beginn kaum selbstbestimmt entscheiden, ob er sich auf ein Angebot einlassen möchte.
HWPL und Shincheonji weisen Vorwürfe einer gezielten Missionierung über solche Projekte zurück. Umso wichtiger ist eine sachliche Prüfung der konkreten Verbindungen und Methoden.
Weiterführende Informationen: In seinem Fachbeitrag „Shincheonji – Hintergründe, Beratungsinhalte und Erfahrungen mit den Methoden einer koreanischen Neureligion in Deutschland“ beschreibt Oliver Koch die Anknüpfungspunkte, die mangelnde Transparenz bei Bibelkursen und Gottesdiensten sowie Strategien der persönlichen Missionierung.
Zum Fachbeitrag über Shincheonji (PDF)
Weitere Informationen zum Thema Shincheonji
Weitere Informationen bei Skeptix
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Junge Menschen im Visier
Scientology setzt auf Coaching, Shincheonji auf intensive Zuwendung
Kostenlose Coachings, persönliche Beratung und scheinbar unverbindliche Angebote: Scientology nutzt auch Coaching-Formate, um Menschen anzusprechen und erste Kontakte zu knüpfen. Was zunächst wie ein Angebot zur persönlichen Weiterentwicklung wirkt, kann den Einstieg in eine Organisation erleichtern, deren weltanschauliche Hintergründe und eigentliche Ziele nicht unbedingt von Anfang an erkennbar sind.
Auch die südkoreanische Gruppierung Shincheonji setzt auf gezielte Kontaktaufnahme und intensive persönliche Zuwendung. „Lovebombing des Todes“ – so erinnert sich Sandra Pfander an ihr Abrutschen in die Gruppe. Ihre Schilderung verdeutlicht, wie überwältigend die anfängliche Aufmerksamkeit und das Gefühl, endlich verstanden und angenommen zu werden, erlebt werden können.
Die Recherche des SWR zeigt, wie wichtig es ist, solche Anwerbestrategien zu erkennen. Der Einstieg erfolgt nicht zwangsläufig über eine offene religiöse Ansprache. Coaching, persönliche Gespräche und das Versprechen von Orientierung oder Gemeinschaft können ebenfalls als Türöffner dienen. Entscheidend ist deshalb, genauer hinzusehen: Wer steckt hinter einem Angebot? Welche Ziele verfolgt die Gruppe? Und wie verändern sich die Erwartungen, sobald eine engere Bindung entstanden ist?
Weitere Informationen auf unserer Homepage
Wie konnte das passieren? – Faszinations- und Abhängigkeitsmechanismen
Der Beitrag „Der Psychomarkt“ beleuchtet Hintergründe, Ursachen und Wirkungsmechanismen, mögliche Beitrittsgründe sowie die Entwicklung einer Mitgliedschaft – vom ersten Kontakt über die zunehmende Bindung bis zur möglichen Loslösung. Auch mögliche Auswirkungen und Folgen werden behandelt. Schaubilder und Diagramme veranschaulichen typische Abläufe und Entwicklungsphasen. Die dargestellten Erklärungsmuster bieten Orientierung, ohne Allgemeingültigkeit zu beanspruchen.
Zum TV-Beitrag
Quelle: tagesschau.de – Junge Menschen im Sog von Gruppierungen
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OCG: Wenn aus religiösem Heilsversprechen politische Agitation wird
Ein selbsternannter Prophet, ein autoritäres Glaubenssystem und ein weitreichendes Mediennetzwerk: Skeptix weist auf eine aktuelle Reportage von WEB.DE hin. Sie gibt Einblicke in die Organische Christus-Generation (OCG) des Schweizer Predigers Ivo Sasek. Claudia Müller berichtet von Kontrolle, Unterordnung und den Schwierigkeiten, nach Jahren in der Gemeinschaft ein selbstbestimmtes Leben zurückzugewinnen.
Doch die OCG ist nicht allein eine religiöse Gruppierung. Ihr Umfeld verbreitet Verschwörungserzählungen und verbindet religiöse Heilsversprechen mit politischen Feindbildern. Über Plattformen wie Kla.TV und Veranstaltungen wie die Anti-Zensur-Konferenz (AZK) werden diese Botschaften verbreitet und unterschiedliche verschwörungsideologische Milieus miteinander vernetzt.
Die Reportage macht deutlich, wie aus dem Bedürfnis nach Gemeinschaft und Orientierung ein System werden kann, das Gehorsam einfordert, Kritik abwehrt und den Weg aus der Gruppe erschwert. Sie zeigt zugleich, warum die Auseinandersetzung mit der OCG über religiöse Fragen hinausgehen muss.
Wie funktionieren solche Mechanismen? Welche Rolle spielen Sprache, Manipulation und politische Ideologie? Unsere Initiative beschäftigt sich seit Jahren mit diesen Fragen und stellt weitere Hintergrundinformationen zur Verfügung.
Weitere Beiträge auf unserer Homepage
Ivo Sasek – ein Prediger mutiert zum rechten Politagitator
Eine kritische Auseinandersetzung mit Saseks Entwicklung und der politischen Ausrichtung seines Wirkens.Manipulation durch Sprache in totalitären Kulten
Wie Sprache Wirklichkeit deutet, Feindbilder verstärkt und die Grenzen des eigenständigen Denkens verschieben kann.Neue Broschüre über Ivo Saseks rechtsextreme politreligiöse OCG
Hintergrundinformationen zur Organischen Christus-Generation, zu Kla.TV und zur Anti-Zensur-Koalition.Mehr über unsere Arbeit und unsere Informations- und Aufklärungsangebote:
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Gefahr im Bildungswesen
Rechte Esoterik im Klassenzimmer: Wenn alternative Bildung demokratiefeindliche Ideologien verbreitet
Überschneidungen mit der AfD, Verschwörungserzählungen und esoterische Weltbilder: Wie gelangen demokratiefeindliche Ideologien in Bildungsangebote und alternative Lernwelten? Ein Beitrag der Augsburger Allgemeinen beleuchtet die Verbindungen zwischen rechten Akteuren, verschwörungsideologischen Milieus und dem Bildungsbereich.
Wo alternative Pädagogik mit völkischen Vorstellungen, antisemitischen Deutungsmustern oder Verschwörungsideologien verknüpft wird, geht es nicht mehr allein um unterschiedliche Lernkonzepte. Es stellt sich auch die Frage, welche Weltbilder Kindern und Jugendlichen vermittelt werden – und welchen Stellenwert demokratische Werte, wissenschaftliche Erkenntnisse und kritisches Denken dabei haben.
Lesetipp: Im Buch Gefährliche Bildung – Rechte Esoterik im Klassenzimmer untersuchen die Bildungsforscherin Rita Nikolai und der Weltanschauungsexperte Matthias Pöhlmann, wie antisemitische, völkische und verschwörungsideologische Weltbilder in Schulen, sozialen Medien und alternativen Lernorten Fuß fassen. Sie zeigen Risiken für die Schule als Ort demokratischer Bildung auf und beschäftigen sich mit Möglichkeiten der Prävention.
Zum Beitrag der Augsburger Allgemeinen
Zum Buch „Gefährliche Bildung“Weiterführender Beitrag auf unserer Homepage
Esoterische Pädagogik im Aufwind – Anmerkungen zu „LAISING“, „LAIS-Schulen“ und „Natürliches Lernen“: Unser Beitrag beleuchtet alternative pädagogische Konzepte und ihre weltanschaulichen Hintergründe.
Demokratische Bildung braucht kritisches Denken, wissenschaftliche Orientierung und einen wachen Blick auf ideologische Einflussnahme.
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