Autor: Udo Schuster

  • Die Todesfalle: Germanische Neue Medizin-Scharlatanerie und Antisemitismus

    Wenn Heilsversprechen lebensgefährlich werden

    Was geschieht, wenn Menschen einer pseudomedizinischen Heilslehre mehr vertrauen als wissenschaftlich fundierter Medizin? Die zweiteilige investigative Dokuserie „Seelenfänger: Der falsche Heiler“ des Bayerischen Rundfunks (BR) geht dieser Frage am Beispiel der sogenannten Germanischen Neuen Medizin (GNM) nach.

    Die von Ryke Geerd Hamer begründete Lehre deutet Krebs als Folge seelischer Konflikte und lehnt wissenschaftlich fundierte medizinische Behandlung ab. Die Dokumentation berichtet von Menschen, die Angehörige verloren haben, nachdem diese auf entsprechende Heilsversprechen vertraut und auf medizinische Behandlungen verzichtet hatten. Sie beleuchtet zudem, wie Hamers Vorstellungen bis heute, insbesondere über das Internet, weiterverbreitet werden.

    Gerade Menschen in schweren gesundheitlichen oder persönlichen Krisen können für vermeintlich einfache Erklärungen und Heilungsversprechen empfänglich sein. Die Dokumentation macht deutlich, wie wichtig eine kritische Prüfung solcher Angebote und der Schutz vor pseudomedizinischer Desinformation sind.

    Die beiden Folgen in der ARD Mediathek

    Ergänzend: der SEELENFÄNGER-Podcast

    Wer sich ausführlicher auch im Audioformat mit dem Themenkomplex beschäftigen möchte, findet hier die Staffel „Diagnose Tod“ des SEELENFÄNGER-Podcasts auf Spotify.

    Weiterführende Informationen auf unserer Homepage

    Die ideologischen antisemitischen Hintergründe und möglichen Folgen der Germanischen Neuen Medizin haben wir auch in eigenen Beiträgen aufgegriffen:

    #GermanischeNeueMedizin #GNM #Pseudomedizin #Heilsversprechen #MedizinischeAufklärung #WissenschaftsbasierteMedizin #SeelischeAbhängigkeit #Manipulation #Gesundheitskompetenz 

  • Scientology: Macht, Missbrauch und Manipulation – ein Blick hinter die Fassade

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    Was geschieht hinter den Kulissen der Scientology-Organisation?

    Die ZDFinfo-Dokumentation „Scientology – Macht, Missbrauch, Manipulation“ beleuchtet die Strukturen der Organisation und lässt Menschen zu Wort kommen, die sie verlassen haben. Sie berichten von unmenschlichen Arbeitsbedingungen, psychischer und körperlicher Gewalt, Isolation und erheblichen Einschränkungen ihrer persönlichen Freiheit.

    Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Sea Org, der sogenannte Milliarden-Jahre-Vertrag und das umstrittene „Rehabilitation Project Force“ (RPF), das Aussteiger als Straf- und Umerziehungsprogramm beschreiben. Zugleich geht es um prominente Unterstützer, den weltweiten Immobilienbesitz und die Frage, wie sich Scientology angesichts des von Experten beschriebenen Mitgliederschwunds entwickelt.

    Wie funktionieren die Machtstrukturen von Scientology? Und welche Folgen kann die Zugehörigkeit für Betroffene haben? Die Dokumentation gibt Anlass, die Selbstdarstellung der Organisation kritisch zu hinterfragen und den Erfahrungen ehemaliger Mitglieder Aufmerksamkeit zu schenken.

    Auf unserer Homepage finden Sie weitere Informationen zu Scientology. Unser Beitrag „Hat das was mit Scientology zu tun?“ bietet Orientierung bei der Prüfung möglicher Verbindungen und hilft dabei, entsprechende Hinweise sachlich einzuordnen.

    ZDFinfo-Dokumentation ansehen

    Weitere Informationen auf Sektenwatch

    Hashtags

    #Scientology #Sektenwatch #SeelischeAbhängigkeit #PsychischeManipulation #GeistigerMissbrauch #Machtstrukturen #Aussteiger #Weltanschauung #Aufklärung #Skeptix

  • Wenn Hellseher mit dem Leid anderer Profit machen

    Ein Kind verschwindet spurlos. Ein Angehöriger ist schwer erkrankt. Ein geliebter Mensch stirbt. In solchen Situationen sind Menschen besonders verletzlich – und besonders empfänglich für diejenigen, die scheinbar Antworten auf Fragen geben können, auf die es keine einfachen Antworten gibt.

    Der aktuelle Beitrag im Skeptix-Blog von Bernd Harder nimmt insbesondere sogenannte Vermisstenhellseher und ihre „übersinnlichen“ Ermittlungen in den Blick. Am Beispiel vermisster Kinder wird deutlich, wie Hellseher mit vermeintlichen Fähigkeiten Aufmerksamkeit erzeugen und sich selbst als Hilfe bei der Suche nach Vermissten darstellen – ohne tatsächlich zur Aufklärung der Fälle beizutragen.

    Doch die Problematik reicht weiter: Was verspricht die Esoterik Menschen angesichts von Krankheit, Verlust und Tod? Und warum können gerade existenzielle Krisen zum Einfallstor für esoterische Deutungen und Heilsversprechen werden?

    Der Beitrag zeigt, wie aus der nachvollziehbaren Sehnsucht nach Orientierung und Gewissheit eine „wohlklingende Egozentrik“ entstehen kann – mitunter auf Kosten derjenigen, die sich in besonders schwierigen Lebenssituationen befinden.

    Ein lesenswerter Beitrag über Hellseherei, menschliche Verletzlichkeit und die Grenzen vermeintlicher Gewissheiten.

    Zum aktuellen Beitrag im Skeptix-Blog

    Mehr zum Thema Esoterik finden Sie auf unserer Homepage. Der Fachbeitrag „Esoterik 2.0 – Wie sie die Köpfe leert und die Kassen füllt. Die Kulte der ‚Neuen Zeit‘, ihre Methoden und die Gefahren“ beschäftigt sich ausführlicher mit esoterischen Weltanschauungen, ihren Methoden und möglichen Gefahren.

    Fachbeitrag „Esoterik 2.0“ lesen

    #Esoterik #Skeptix #Hellseherei #Vermisstenhellseher #Wahrsagerei #Esoterik2_0 #Aufklärung #Weltanschauung #Manipulation #SeelischeAbhängigkeit

  • Wenn Heilversprechen zur Schuldzuweisung werden

    Was passiert, wenn Menschen mit Behinderungen nicht nur mit Barrieren, sondern auch mit esoterischen Heilsversprechen konfrontiert werden? Der Skeptix-Autor Bernd Harder macht auf eine aktuelle Kurz-Dokumentation des Magazins andererseits aufmerksam, die genau diesen Mechanismus untersucht.

    Die Doku „Wie esoterische Heils-Versprechen Menschen mit Behinderungen zum Problem machen“ zeigt, wie sogenannte Wunderheilungen problematisch werden können: Bleibt die versprochene Heilung aus, kann die Verantwortung dafür dem betroffenen Menschen selbst zugeschoben werden. Damit geraten nicht nur wissenschaftlich unbelegte Heilversprechen in den Blick, sondern auch ein Menschenbild, das Krankheit und Behinderung individualisiert und gesellschaftliche oder medizinische Faktoren ausblendet.

    Gerade dort, wo Menschen sich in einer besonders verletzlichen Lebenssituation befinden, können solche Versprechen emotionalen Druck erzeugen und Abhängigkeiten begünstigen. Die Dokumentation lässt Betroffene und Expertinnen und Experten zu Wort kommen, darunter die Psychologin Pia Lamberty und Ulrike Schiesser von der Bundesstelle für Sektenfragen.

    Ein Blick in unsere eigene Informationsarbeit zeigt, dass diese Problematik keineswegs neu ist. In dem Fachartikel „Der Krankheitsbegriff in esoterischen Weltanschauungssystemen“ wird untersucht, wie bestimmte esoterische Krankheitsmodelle Krankheit als Folge der persönlichen geistigen Haltung oder ungelöster psychischer Konflikte interpretieren. Besonders problematisch wird es dort, wo der Erfolg einer Therapie vom Verhalten und der Einstellung des Patienten abhängig gemacht und damit die Verantwortung für den Therapieerfolg vom Behandelnden auf den Betroffenen verlagert wird.

    Genau hier liegt eine zentrale Gefahr: Aus dem Versprechen, durch die „richtige“ innere Haltung gesund werden zu können, kann schnell die Botschaft werden, dass derjenige selbst verantwortlich sei, wenn die Heilung ausbleibt. Für Menschen mit schweren oder dauerhaften Erkrankungen und Behinderungen kann eine solche Deutung besonders belastend sein.

    Die kritische Auseinandersetzung mit solchen Weltanschauungen gehört deshalb auch zur Aufklärungsarbeit der Initiative gegen seelische Abhängigkeit, religiösen und weltanschaulichen Extremismus. Es geht darum, fragwürdige Heilsversprechen zu erkennen, Betroffene vor Schuldzuweisungen zu schützen und zwischen seriöser medizinischer Behandlung und weltanschaulich begründeten Heilungsversprechen zu unterscheiden.

    Zum Skeptix-Beitrag
    Zur Original-Doku

    Mehr zum Krankheitsverständnis in esoterischen Weltanschauungssystemen erfahren Sie in unserem Fachartikel:

    „Der Krankheitsbegriff in esoterischen Weltanschauungssystemen“

    #Esoterik #Heilsversprechen #Wunderheilung #Missbrauch #SeelischeAbhängigkeit #Manipulation #Behinderung #Kulte #Skeptix #Aufklärung

    Okkultbetrug
  • Neu bei „Seelenfänger“

    „Meister und Mausi“ – ein Blick hinter die Fassade einer Zen-Gruppe

    Wie viel Nähe, Abhängigkeit und Kontrolle kann in einer spirituellen Gemeinschaft stecken? Der BR-Podcast „Seelenfänger“ beschäftigt sich in seiner aktuellen fünfteiligen Reihe „Meister und Mausi“ mit einer Zen-Gruppe, deren Mitglieder sich von ihrem Meister Liebe, Schutz und eine gute Wiedergeburt erhoffen.

    Ehemalige Mitglieder berichten von Angst, Druck und Manipulation. Thematisiert werden unter anderem der Umgang mit Geld, Beziehungen und persönlichen Entscheidungen sowie die besondere Rolle der Frau des Meisters. Die Betroffenen schildern Erfahrungen, die einen kritischen Blick auf spirituelle Abhängigkeiten und gruppendynamische Prozesse werfen.

    Auch die Gegenseite kommt zu Wort: Der Meister und seine Frau weisen die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurück. Die abschließende Folge „Meister und Mausi: Vor Gericht“ beschäftigt sich mit den gerichtlichen Auseinandersetzungen, die nach Veröffentlichung des Podcasts entstanden sind.

    Die fünfteilige Reihe ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie journalistische Recherche hinter die Fassade einer spirituellen Gemeinschaft blicken kann – und welche Mechanismen entstehen können, wenn Vertrauen, Abhängigkeit und Macht miteinander verbunden werden.

    Mehr zum Thema emotionaler und seelischer Missbrauch: In unserem Tagungsbericht „Seelischer, emotionaler, geistlicher und geistiger Missbrauch – Erscheinungsformen, Herausforderungen und Hilfeperspektiven“ beschäftigen wir uns ausführlicher mit diesen Themen.

    ▶ Zum BR-Podcast „Seelenfänger“

    🎧 Alle Folgen bei ARD Sounds anhören

    📖 Mehr zum Thema – unser Tagungsbericht 2024

    #Seelenfänger #MeisterUndMausi #SpirituelleAbhängigkeit #Manipulation #Gruppendynamik #MachtUndAbhängigkeit #SeelischerMissbrauch #GeistlicherMissbrauch #Aufklärung

  • The COM-Netzwerk, 764 und White Tiger-neue Online Kulte geben Anlass zur Besorgnis

    „Kinderfänger 2.0“: Sadistische Netzwerke im Internet

    Wie gelangen extremistische und sadistische Online-Netzwerke bis in die Kinderzimmer? Die TV-Spezialsendung „Kinderfänger 2.0 – Im Visier sadistischer Netzwerke“ von PULS 4 beschäftigt sich mit The COM und der Frage, wie Kinder und Jugendliche über Social Media, Chats und Online-Games manipuliert und zu Gewalt gegen sich selbst und andere gebracht werden können.

    Für die Recherche sprachen die Journalisten Magdalena Punz und Dominik Schaden unter anderem mit Ermittlern von EUROPOL. Dabei geht es um die internationale Dimension solcher Online-Netzwerke und die Gefahren, denen insbesondere junge Menschen ausgesetzt sein können.

    Die Sendung ist Anlass für einen aktuellen Beitrag im Skeptix-Blog. Dort geht es ausführlicher um 764, The COM und White Tiger sowie um die Gefahren entsprechender Online-Communities.

    Zum Beitrag im Skeptix-Blog

    Die ursprüngliche Presseinformation zur Sendung finden Sie hier:

    Zur Presseinformation

    Weitere Informationen und Beiträge zum Themenbereich 764 finden Sie auch auf unserer Homepage:

    Weitere Informationen zu 764 auf unserer Homepage

    Hinweis: Die behandelten Inhalte sind teilweise belastend. Es geht unter anderem um Gewalt, Selbstverletzung und die gezielte Manipulation von Kindern und Jugendlichen.

    #Skeptix #764 #TheCOM #WhiteTiger #OnlineCommunities #Extremismus #Jugendschutz #Medienkompetenz #Aufklärung #NihilisticViolentExtremism

  • Das kann mir doch nicht passieren….

    Sektenanfällig – ich doch nicht?

    Wer glaubt, für problematische Gruppen grundsätzlich nicht anfällig zu sein, könnte sich täuschen.

    Der Theologe, Podcaster und Publizist Fabian Maysenhölder beschäftigt sich in seinem aktuellen Beitrag auf n-tv mit der Frage, warum Menschen in sogenannte Sekten oder andere problematische Gemeinschaften geraten. Dabei stellt er ein verbreitetes Bild infrage: dass vor allem labile, naive oder einsame Menschen gefährdet seien.

    Die Forschung zeichnet ein wesentlich komplexeres Bild. Entscheidend ist weniger ein bestimmter „Typ Mensch“ als vielmehr die Lebenssituation, in der jemand mit einer problematischen Gruppe in Kontakt kommt, sowie die Frage, wie gut die persönlichen Bedürfnisse zu dem Angebot der Gruppe passen.

    Gerade Umbruchphasen können dabei eine besondere Rolle spielen: ein Umzug, eine Trennung, ein neuer Lebensabschnitt, der Verlust des Arbeitsplatzes oder andere einschneidende Veränderungen. In solchen Situationen können Gemeinschaft, Orientierung, persönliche Zuwendung und Halt besonders attraktiv sein.

    Das bedeutet zugleich: Es gibt nicht den typischen „Sektenanhänger“. Auch gut ausgebildete, selbstbewusste, engagierte und idealistische Menschen können in problematische Gruppendynamiken geraten.

    Ein wichtiger Begriff, den Maysenhölder aufgreift, ist dabei die „Passung“: Menschen bringen bestimmte Wünsche, Bedürfnisse oder Lebensprobleme mit – und eine Gruppe kann dafür zunächst ein scheinbar passendes Angebot bereitstellen. Problematisch wird es insbesondere dann, wenn die Gruppe versucht, ihre Mitglieder dauerhaft zu binden und Zweifel oder Distanzierung nicht mehr zulässt.

    Der Beitrag macht damit auch deutlich, warum die Vorstellung, nur andere könnten betroffen sein, trügerisch sein kann. Die entscheidende Frage lautet nicht allein: „Wer ist anfällig?“ Sondern auch: Was geschieht, wenn persönliche Bedürfnisse, eine bestimmte Lebenssituation und das Angebot einer Gruppe aufeinandertreffen?

    ARTIKEL BEI N-TV LESEN

    Fabian Maysenhölder: „Sektenanfällig – ich doch nicht?“
    Veröffentlicht am 4. Oktober 2026 auf n-tv.


    Zum Weiterlesen auf unserer Homepage

    Die Frage, welche Bedeutung religiöse und spirituelle Bewegungen für die psychische und soziale Situation ihrer Anhänger haben können, ist keineswegs neu.

    Bereits in einem ausführlichen Beitrag wurde untersucht:

    „Krank und psychosozial gestört – Europas neue Religiöse?“

    Bilden neue spirituelle Bewegungen ein Problem für die physische und psychische Gesundheit sowie soziale Integrationsfähigkeit ihrer Anhänger?

    Der Beitrag setzt sich mit möglichen Auswirkungen neuer religiöser und spiritueller Bewegungen auseinander und bietet damit eine interessante Ergänzung zur aktuellen Diskussion.

    BEITRAG ALS PDF LESEN


    Beide Beiträge zeigen aus unterschiedlichen Perspektiven: Um problematische Gruppen und ihre Wirkung zu verstehen, reicht es nicht aus, nach einem vermeintlichen „Sektentyp“ zu suchen. Entscheidend ist vielmehr der Blick auf die Wechselwirkung zwischen Mensch, Lebenssituation, Bedürfnissen und den Strukturen einer Gruppe.

    Eine wichtige Form der Prävention besteht deshalb auch darin, die eigene Fähigkeit zu bewahren, Fragen zu stellen, Zweifel zu äußern und den Kontakt zu Menschen außerhalb einer Gruppe aufrechtzuerhalten.

    Aufklärung beginnt dort, wo einfache Erklärungen hinterfragt werden.

     

     #Sekteninformationen #ReligiöserExtremismus #Welt #Passung #Manipulation #seelischerMissbrauch

  • >🎧 Rechte Esoterik, Verschwörungsdenken und „Konspiritualität

    Zwei hörenswerte neue Podcast-Folgen auf dem BartoKanal widmen sich dem spannungsreichen Zusammenhang von Esoterik, völkischem Denken, Verschwörungsideologien und modernen digitalen Netzwerken.

    Zu Gast bei Dr. Sebastian Bartoschek ist die Sozialwissenschaftlerin und Autorin Dr. Nora Feline Pösl. Gemeinsam verfolgen sie historische Entwicklungen und zeigen, wie sich esoterische Vorstellungen mit Rassismus, Antisemitismus, Verschwörungsdenken und Misstrauen gegenüber Wissenschaft und Institutionen verbinden können.

    🎙️ Folge 1: Von Ariosophie bis „Konspiritualität“

    Was verbindet Ariosophie, Esoterik, alternative Heilmethoden und moderne Verschwörungsideologien? Die Folge führt von Blavatsky und den Wurzelrassenlehren über die Thule-Gesellschaft und den Nazi-Okkultismus bis zu Heilpraktikern, alten Impfängsten und heutigen Netzwerken auf Telegram und TikTok.

    Im Mittelpunkt steht auch die Frage: Was bedeutet „Konspiritualität“ – und warum verbinden sich Spiritualität und „geheimes Wissen“ so leicht mit Misstrauen gegenüber Wissenschaft und Institutionen?

    ▶️ Folge 1 auf YouTube hören

    🎙️ Folge 2: „Braune Esoterik“ und die Haltbarkeit von Verschwörungswelten

    Was ist eigentlich „echte“ Esoterik – und wo liegen die Grenzen zu Religion, Kaufhaus-Esoterik oder Ideologie? Die zweite Folge führt von Aleister Crowley und Blavatsky über Wicca und Geheimwissen bis zur „braunen Esoterik“.

    Zur Sprache kommen völkisches Denken, Rassismus und Antisemitismus ebenso wie die Unterschiede zwischen Behauptung, Theorie, Erzählung, Mythos und Ideologie. Beispiele wie 5G, QAnon, Flat Earth, der „hohle Mond“ und alte antisemitische Mythen zeigen, wie erstaunlich langlebig Verschwörungswelten sein können.

    ▶️ Folge 2 auf YouTube hören

    🎙️ Über den BartoKanal

    Dr. Sebastian Bartoschek ist promovierter Psychologe, Autor und Podcaster sowie Mitbegründer von Skeptix. Er promovierte zum Thema Verschwörungstheorien und beschäftigt sich darüber hinaus unter anderem mit Pseudopsychologie und Parapsychologie. In verschiedenen Podcasts und Videoformaten greift er regelmäßig gesellschaftlich relevante Themen rund um Verschwörungsdenken und Wissenschaft auf.

    🎙️ Zum BartoKanal


    📚 Mehr zum Thema auf unserer Homepage

    Wer sich vertiefter mit den historischen und aktuellen Verbindungen von Rassismus, Esoterik und rechtsextremen Ideologien beschäftigen möchte, findet weitere Informationen und Publikationen auf unserer Homepage:

    „Rassismus im neuen(?) Gewand – Herausforderungen im Kommunikationszeitalter 4.0“
    Erweiterte Neuauflage

    📖 Publikation als PDF

    „Rechte Energie in esoterischem Zeitgeist – Rechtsradikale und -extreme Tendenzen in Esoterik und Satanismus“

    📖 Publikation als PDF

    🎧 Hörenswert für alle, die genauer hinschauen wollen: Die beiden Folgen zeigen, dass die Verbindung von Esoterik und Verschwörungsdenken kein ausschließlich modernes Phänomen ist – ihre historischen Wurzeln reichen weit zurück, während digitale Medien heute neue Verbreitungswege schaffen.

    #RechteEsoterik #Verschwörungsideologien #Esoterik #Konspiritualität #Rassismus #Antisemitismus #Verschwörungsdenken #Wissenschaft #Skeptix

  • Telegonie

    Esoterik

    Frühere Sexualpartner sollen angeblich die Kinder einer Frau prägen?

     

    Esoterik Was zunächst wie eine besonders krude esoterische Vorstellung klingt, erlebt in bestimmten esoterischen, verschwörungsideologischen und völkischen Milieus ein erstaunliches Comeback.

    Die sogenannte Telegonie behauptet, dass frühere Sexualpartner einer Frau dauerhafte genetische oder „energetische“ Spuren hinterlassen und dadurch sogar spätere Kinder beeinflussen könnten. Wissenschaftlich ist diese Vorstellung längst widerlegt. Trotzdem wird sie heute erneut verbreitet und sogar kommerzialisiert: Angeboten werden etwa sogenannte „Telegonie-Löschungen“, energetische Reinigungen und entsprechende Coachings – und damit lässt sich auch gutes Geld verdienen.

    Besonders problematisch ist das dahinterstehende misogyne (frauenfeindliche) Reinheitsdenken. Die sexuelle Vergangenheit von Frauen wird bewertet und ihre sexuelle Selbstbestimmung infrage gestellt. Aus einer pseudowissenschaftlichen Behauptung wird so ein Weltbild, in dem Vorstellungen von „Reinheit“, „Fremdheit“ und vermeintlich unterschiedlichem Erbgut eine Rolle spielen.

    Der Schweizer Journalist Hugo Stamm beschäftigt sich seit Jahrzehnten kritisch mit Esoterik, religiösen und weltanschaulichen Bewegungen sowie mit Verschwörungsideologien und extremistischen Organisationen. In seinem aktuellen Beitrag für Watson zeigt er, wie die längst widerlegte Vorstellung der Telegonie in bestimmten esoterischen Milieus wiederbelebt wird – und wie damit die weibliche Sexualität kontrolliert werden soll.


    ▶ Zum aktuellen Beitrag von Hugo Stamm bei Watson


    Wo sich Esoterik und völkisches Denken begegnen

    Besonders aufmerksam sollten wir dort werden, wo sich esoterisches und völkisches Denken miteinander verbinden. Die Verbindung von Naturmystik, Spiritualität, Ahnenvorstellungen, „Energie“ und Vorstellungen von Reinheit kann Anschluss an völkische und rassistische Weltbilder finden.

    Besonders deutlich zeigt sich diese Verbindung in Teilen der Anastasia-Bewegung. Auch in der Reichsbürger- und verschwörungsideologischen Szene finden sich entsprechende Überschneidungen. Gerade die Telegonie ist hierfür ein aufschlussreiches Beispiel: Die Vorstellung, Frauen könnten durch frühere Sexualpartner dauerhaft „verunreinigt“ oder geprägt werden, lässt sich mit Vorstellungen von Abstammung, „Blutlinien“ und ethnischer Reinheit verbinden.

    Hier entsteht eine gefährliche Schnittstelle zwischen Esoterik und Rechtsextremismus. Esoterische Begriffe und Vorstellungen können völkischen, rassistischen oder rechtsextremen Ideologien dabei einen scheinbar spirituellen oder „naturgegebenen“ Anstrich verleihen.

    Vor diesem Hintergrund kann man zu Recht von „rechter Esoterik“ oder „brauner Esoterik“ sprechen – nicht als Bezeichnung für Esoterik insgesamt, sondern für jene Strömungen, in denen sich esoterisches Denken mit völkischen, rassistischen, antisemitischen oder rechtsextremen Ideologien verbindet.

    Es gibt kaum eine Idee, die noch so krude ist, als dass sie nicht auch im Umfeld der „braunen Esoterik“ Anhänger und Verbreitung finden könnte.


    Schon früher Thema auf unserer Homepage

    Die Telegonie ist kein neues Phänomen. Wir haben uns bereits vor einiger Zeit auf unserer Homepage ausführlicher mit dieser pseudowissenschaftlichen Vorstellung und ihren ideologischen Hintergründen beschäftigt.

    Unser Hintergrundbeitrag „Telegonie: Esoterik, Anastasia-Bewegung und völkisches Denken“ zeigt, wie die Vorstellung einer angeblichen genetischen oder „energetischen“ Prägung durch frühere Sexualpartner mit einem misogynen Reinheitsnarrativ verbunden wird – und welche Verbindungen insbesondere zur Anastasia-Bewegung und zur völkisch-esoterischen Szene bestehen.

    Der aktuelle Beitrag von Hugo Stamm bei Watson greift das Thema nun erneut auf und zeigt, dass die Telegonie keineswegs nur eine bizarre Vorstellung aus der Vergangenheit ist.


    📖 Unser Hintergrundbeitrag zur Telegonie


    ▶ Hugo Stamm: Telegonie bei Watson

    Weiterführende Themen:
    #Telegonie #Esoterik #RechteEsoterik #BrauneEsoterik #Anastasia #VölkischesDenken #Rechtsextremismus #Verschwörungsideologien #Pseudowissenschaft #Frauenfeindlichkeit #Esoterikkritik

  • Rechte Esoterik und Schule: Wenn Verschwörungsideologien Bildung beeinflussen

    Wie gelangen esoterische, verschwörungsideologische und rechtsesoterische
    Vorstellungen in den Bildungsbereich? Und welche Folgen kann das für
    Kinder, Eltern und Schulen haben?

    Das Sonntagsblatt beschäftigt sich aktuell mit diesem Thema
    und spricht mit der Bildungswissenschaftlerin Rita Nikolai
    und dem Weltanschauungsexperten Matthias Pöhlmann über den
    Einfluss rechter Esoterik, alternative Bildungskonzepte und die zunehmende
    Verbindung von pädagogischen Vorstellungen mit weltanschaulichen und
    politischen Ideologien.


    🔎 ZUM AKTUELLEN BEITRAG IM SONNTAGSBLATT


    📖 Passend zum Thema: „Gefährliche Bildung“

    Rita Nikolai & Matthias Pöhlmann

    Bildung gilt als Schlüssel zu Mündigkeit, kritischem Denken und
    demokratischer Teilhabe. Doch was geschieht, wenn Schulen zu Orten der
    Manipulation werden, wissenschaftliche Erkenntnisse durch vermeintliches
    „höheres Wissen“ ersetzt und Kinder zum Gegenstand ideologischer
    Heilsversprechen werden?

    Rita Nikolai und Matthias Pöhlmann zeigen, wie sich in den vergangenen
    Jahren esoterische, verschwörungsideologische und rechtsesoterische
    Vorstellungen zunehmend mit pädagogischen Konzepten und Bildungsdebatten
    verbinden.

    Das Buch beleuchtet unter anderem alternative Lernorte, Freilernen,
    die Anastasia-Bewegung und Schetinin-Pädagogik, Waldorfpädagogik und
    Anthroposophie sowie die Verbindungen von Verschwörungsideologien,
    Reichsbürgern und rechter Esoterik.

    Verlagsdaten:
    Rita Nikolai / Matthias Pöhlmann
    Gefährliche Bildung
    Verlag Herder · 1. Auflage 2026 · Hardcover · 320 Seiten
    Erscheinungstermin: 14. September 2026
    ISBN: 978-3-451-03697-2 · 24,00 €


    📖 ZUM BUCH BEIM VERLAG HERDER


    📚 Weitere Fachartikel auf unserer Homepage

    Die aktuellen Diskussionen zeigen: Die Verbindung von Esoterik,
    alternativen Bildungsvorstellungen, Verschwörungsideologien und
    weltanschaulichen bzw. politischen Ideologien ist kein neues Phänomen.
    Auch hierzu haben wir bereits ausführlich recherchiert und publiziert.

    Esoterische Pädagogik im Aufwind

    Anmerkungen zu „LAISING“, „LAIS-Schulen“, „Natürliches Lernen“


    📄 FACHARTIKEL LESEN

    Die Anastasia-Bewegung als Beispiel für esoterischen Weltanschauungsextremismus

    Eine Analyse der weltanschaulichen Hintergründe und der Verbindung
    von Esoterik und extremistischen Vorstellungen.


    📄 FACHARTIKEL LESEN


    Informieren. Zusammenhänge erkennen. Kritisch hinterfragen.

    Die Initiative gegen seelische Abhängigkeit, religiösen und
    weltanschaulichen Extremismus informiert über problematische
    weltanschauliche Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf Gesellschaft,
    Bildung und das Zusammenleben.